Песнь о Нибелунгах / Das Nibelungenlied - Автор Неизвестен -- Мифы. Легенды. Эпос. Сказания
«Песнь о Нибелунгах» – одно из наиболее известных эпических произведений мировой литературы. Героический эпос, написанный неизвестным автором в начале XIII века на средневерхненемецком языке. Перед читателем разворачивается мифологический, но отразивший исторические события, сюжет о женитьбе франкского воина Зигфрида на бургундской принцессе Кримхильде, о его смерти от рук собратьев из-за конфликта Кримхильды с могущественной исландской королевой Брунхильдой, о мести Кримхильды при помощи правителя гуннов Этцеля своим соплеменникам за убийство любимого мужа Зигфрида и, наконец, о поиске сокровищ Нибелунгов, утопленных в Рейне. Мужественные воины и восхитительные женщины, вечная любовь и неизбежная смерть, благородная верность и коварное предательство, непримиримая ненависть и жестокие кровопролития… Повествование о вечных ценностях, которое не оставит читателя равнодушным. «Песнь о Нибелунгах» состоит из 39 авентюр, каждую из которых предваряют реалистичные и изящные иллюстрации немецких художников Юлиуса Гюбнера и Эдуарда Бендемана. Художественное оформление дополнено рисунками известного английского иллюстратора Артура Рэкхема. Параллельный текст, приведенный в книге, делает ее особенно познавательной и полезной для изучения немецкого языка (в пдф-варианте). Поэтический перевод на русский язык, отмеченный Пушкинской премией, принадлежит перу М. И. Кудряшева. Лента ляссе, удобный формат и красивая обложка добавляют книге изысканность и привлекательность. Ее можно приобрести не только для своей коллекции, но и в качестве подарка дорогим и близким людям. В формате PDF A4 сохранен издательский макет книги.
- Автор: Автор Неизвестен -- Мифы. Легенды. Эпос. Сказания
- Жанр: Разная литература
- Страниц: 209
- Добавлено: 6.09.2024
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Und hieß die fremden Degen höchlich willkommen sein.
1904 Da sprach König Etzel: "Das muß ich wohl gestehn,
Mir könnt in diesen Zeiten nichts Lieberes geschehn
Als durch euch, ihr Recken, daß ihr gekommen seid;
Damit ist auch der Königin benommen Kummer
und Leid.
1905 "Mich nahm immer Wunder, was ich euch wohl gethan,
Da ich der edeln Gäste so Manche doch gewann,
Daß ihr nie zu reiten geruhtet in mein Land;
Nun ich euch hier ersehen hab, ist mirs zu Freuden
gewandt."
1906 Da versetzte Rüdiger, ein Ritter hochgemuth:
"Ihr mögt sie gern empfahen, ihre Treue die ist gut:
Der wißen meiner Frauen Brüder schön zu pflegen.
Sie bringen euch zu Hause manchen waidlichen Degen."
1907 Am Sonnewendenabend waren sie gekommen
An Etzels Hof, des reichen. Noch selten ward
vernommen,
Daß ein König seine Gäste freundlicher empfieng;
Darnach er zu Tische wohlgemuth mit ihnen gieng.
1908 Ein Wirth bei seinen Gästen sich holder nie betrug.
Zu trinken und zu eßen bot man da genug:
Was sie nur wünschen mochten, das wurde gern gewährt.
Man hatte von den Helden viel große Wunder gehört.
1909 Der reiche Etzel hatte an ein Gebäude weit
Viel Fleiß und Müh gewendet und Kosten nicht
gescheut:
Man sah Pallas und Thürme, Gemächer ohne Zahl
In einer weiten Veste und einen herrlichen Saal.
1910 Den hatt er bauen laßen lang, hoch und weit,
Weil ihn so viel der Recken heimsuchten jederzeit.
Auch ander Ingesinde, zwölf reiche Könge hehr
Und viel der werthen Degen hatt er zu allen Zeiten mehr,
1911 Als je gewann ein König, von dem ich noch vernahm.
Er lebte so mit Freunden und Mannen wonnesam:
Gedräng und frohen Zuruf hatte der König gut
Von manchem schnellen Degen; drum stand wohl hoch
ihm der Muth.
Abenteuer 30
Wie Hagen und Volker Schildwacht standen
1912 Der Tag war nun zu Ende, es nahte sich die Nacht.
Den reisemüden Recken war die Sorg erwacht,
Wann sie ruhen sollten und zu Bette gehn.
Zur Sprache bracht es Hagen: Bescheid ist ihnen
geschehn.
1913 Zu dem Wirthe sprach da Gunther: "Gott laß euchs
wohlgedeihn:
Wir wollen schlafen gehen, mag es mit Urlaub sein.
Wenn ihr das gebietet, kommen wir morgen fruh."
Der Wirth entließ die Gaste wohlgemuth zu ihrer Ruh.
1914 Von allen Seiten drängen man die Gäste sah.
Volker der kühne sprach zu den Heunen da:
"Wie dürft ihr uns Recken so vor die Füße gehn?
Und wollt ihr das nicht meiden, so wird euch
übel geschehn.
1915 "So schlag ich Dem und Jenem so schweren
Geigenschlag,
Hat er einen Treuen, daß ders beweinen mag.
Nun weicht vor uns Recken, fürwahr, mich dünkt es gut:
Es heißen Alle Degen und haben doch nicht gleichen
Muth."
1916 Als in solchem Zorne sprach der Fiedelmann,
Hagen der kühne sich umzuschaun begann.
Er sprach: "Euch räth zum Heile der kühne Fiedeler.
Geht zu den Herbergen, ihr in Kriemhildens Heer.
1917 "Was ihr habt im Sinne, es fügt sich nicht dazu:
Wollt ihr was beginnen, so kommt uns morgen fruh
Und laßt uns Reisemüden heut in Frieden ruhn.
Ich glaube, niemals werden es Helden williger thun."
1918 Da brachte man die Gäste in einen weiten Saal,
Zur Nachtruh eingerichtet den Recken allzumal
Mit köstlichen Betten, lang zumal und breit.
Gern schuf ihnen Kriemhild das allergrößeste Leid,
1919 Schmucker Decken sah man von Arras da genug
Aus lichthellem Zeuge und manchen Ueberzug
Aus Arabischer Seide, so gut sie mochten sein,
Verbrämt mit goldnen Borten, die gaben herrlichen
Schein.
1920 Viel Bettlaken fand man von Hermelin gemacht
Und von schwarzem Zobel, worunter sie die Nacht
Sich Ruhe schaffen sollten bis an den lichten Tag.
Ein König mit dem Volke wohl nimmer herrlicher lag.
1921 "O weh des Nachtlagers!" sprach Geiselher das Kind,
"Und weh meiner Freunde, die mit uns kommen sind.
Wie gut es meine Schwester uns auch hier erbot,
Wir gewinnen, fürcht ich, alle von ihrem Haße
den Tod."
1922 "Nun laßt euer Sorgen," sprach Hagen der Degen,
"Ich will heunte selber der Schildwache pflegen
Und getrau euch zu behüten bis morgen an den Tag:
Seit des ohne Sorge: so entrinne, wer da mag."
1923 Da neigten sich ihm Alle und sagten ihm Dank.
Sie giengen zu den Betten. Da währt’ es nicht lang,
Bis in Ruhe lagen die Helden wohlgethan.
Hagen der kühne sich da zu waffnen begann.
1924 Da sprach der Fiedelspieler, Volker der Degen:
"Verschmäht ihrs nicht, Hagen, so will ich mit euch
pflegen
Heunt der Schildwache bis morgen an den Tag."
Da dankte Volkeren der Degen gütlich und sprach:
1925 "Nun lohn euch Gott vom Himmel, viel lieber Volker!
Zu allen meinen Sorgen wünsch ich mir Niemand mehr
Als nur euch alleine, befahr ich irgend Noth.
Ich will es wohl vergelten, es verwehr es denn der Tod."